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Erholung · «Ich kann nicht mehr abschalten.» the LAB · Erholung

Erholung im Alltag statt Urlaub als Notfallmedizin

Elvira Häusler5 Min. LesezeitAktualisiert 12.10.2026
Die kurze Antwort

Ein Urlaub wirkt kürzer, als wir hoffen: Das Wohlbefinden erreicht um den achten Tag seinen Höhepunkt und ist nach der Rückkehr meist innerhalb einer Woche wieder weg. Nachhaltiger ist Erholung im Alltag, also kleine, regelmässige Routinen, die verhindern, dass sich Druck überhaupt staut.

Das kannst du heute tun · 10 Minuten
  1. Leg dir heute zehn Minuten Reizfasten in den Kalender: kein Bildschirm, kein Podcast, nur sitzen und atmen.
  2. Plane für diese Woche ein Micro-Adventure, zum Beispiel einen Sonnenaufgang draussen oder ein Picknick am Abend.
  3. Geh heute 20 bis 30 Minuten nach draussen ins Grüne, ohne Handy in der Hand.
Was die Forschung sagt

Das Wohlbefinden im Urlaub steigt rasch und erreicht um den achten Tag seinen Höhepunkt. Nach der Rückkehr an den Arbeitsplatz ist der Effekt meist innerhalb einer Woche wieder verflogen. de Bloom, Geurts & Kompier (2013): Vacation (after-)effects on employee health and well-being. Journal of Happiness Studies 14(2), 613-633

Schon 20 bis 30 Minuten in der Natur senken das Stresshormon Cortisol am effizientesten, gemessen im normalen Alltag. Hunter, Gillespie & Chen (2019): Urban Nature Experiences Reduce Stress in the Context of Daily Life Based on Salivary Biomarkers. Frontiers in Psychology

Quellen geprüft am 12.10.2026

Wir behandeln Urlaub wie Medizin. Aber wäre Prävention nicht wirksamer?

Ich habe es selbst genau so gemacht. Wochen- oder monatelang durchpowern, bis der Akku rot blinkt, und dann hoffen, dass drei Wochen Auszeit alles wieder richten. Erholung im Alltag war für mich damals kein Thema. Erholung war das, was am Ende kam, wenn ich es geschafft hatte.

Heute sehe ich das anders. Das liegt an meiner eigenen Erfahrung und an dem, was die Forschung dazu zeigt.

Warum der lange Urlaub nicht hält, was wir uns erhoffen

Eine niederländische Studie zeigt, dass das Wohlbefinden im Urlaub rasch steigt und um den achten Tag seinen Höhepunkt erreicht. Nach der Rückkehr verfliegt der Effekt meist innerhalb einer Woche.

Das heisst nicht, dass Urlaub schlecht ist. Im Gegenteil, er hilft dir, rauszukommen. Aber er ist nicht das Werkzeug, für das wir ihn oft halten. Wer das ganze Jahr durchzieht und auf die drei Wochen im Sommer wartet, lädt einem einzigen Zeitraum eine Aufgabe auf, die er gar nicht erfüllen kann.

Viel mehr bringt regelmässiges, bewusstes Abschalten im Alltag. Das klingt unspektakulär, ist aber der Hebel, der wirklich etwas verändert.

Was der Dauer-Notfall-Modus mit dir macht

Wer sich nur von Wochenende zu Wochenende oder von Urlaub zu Urlaub hangelt, lebt im Dauer-Notfall-Modus. Das System steht permanent unter Spannung, mit kurzen Phasen, in denen es kurz absacken darf, bevor es weitergeht.

Das kann krank machen und im schlimmsten Fall ausbrennen lassen. Aber es zeigt sich auch viel früher und leiser. Es beeinflusst deine Kreativität und deine Leistungsfähigkeit. Und ehrlich gesagt macht es einfach keinen Spass, dauerhaft so zu arbeiten.

Mein Take heute ist deshalb klar: Erholung muss in den Alltag reinpassen. Nicht als Flucht aus etwas, das du nicht mehr aushältst. Sondern als Teil eines gesunden Systems, das dich trägt.

Zwei einfache Wege, im Alltag abzuschalten

Ich verkaufe dir hier keine Wunderlösung. Das hier ist Arbeit, und es braucht Wiederholung. Aber zwei Dinge helfen mir verlässlich, wenn kein langer Urlaub drin liegt.

Micro-Adventures

Das sind kleine Ausbrüche aus dem Alltag. Eine Wanderung mit Stirnlampe zum Sonnenaufgang. Eine Nacht im Garten übernachten. Ein Picknick bei Sonnenuntergang.

Micro-Adventures nutzen einen gut belegten Effekt: Schon 20 bis 30 Minuten draussen in der Natur senken nachweislich das Stresshormon Cortisol. Dazu kommt das Neue. Beides zusammen bringt dein System auf andere Gedanken, ohne dass du dafür weit reisen musst.

Reizfasten

Kein Bildschirm. Kein Podcast. Kein Input. Nur sitzen, atmen, da sein. Zehn Minuten am Tag.

Ich weiss, das klingt banal. Und beim ersten Mal fühlt es sich vielleicht sogar unangenehm an, weil wir es kaum noch gewohnt sind, einfach nichts zu tun. Aber ich erlebe genau das immer wieder als echten Unterschied für mein Nervensystem. Es bekommt eine Pause von dem Dauerstrom an Reizen, der sonst nie abreisst.

Warum Routinen mehr tragen als der nächste Urlaub

Niemand bricht zusammen, weil er einmal eine Pause ausgelassen hat. Es ist die Summe vieler kleiner Momente, in denen wir nicht hinschauen, die sich über Monate aufbaut.

Genau deshalb sind kleine, regelmässige Routinen so wirksam. Sie verhindern, dass sich der Druck überhaupt erst staut. Während der Urlaub einmal im Jahr aufräumt, sorgen die Routinen dafür, dass weniger Chaos entsteht.

Mein Fazit: Urlaub hilft dir rauszukommen. Gesunde Routinen helfen dir, gar nicht erst unterzugehen. Beides hat seinen Platz. Aber wenn du nur eines davon hast, dann lieber die Routinen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Erholung im Alltag?

Erholung im Alltag bedeutet, bewusste Pausen und Phasen des Abschaltens regelmässig in den normalen Tagesablauf einzubauen, statt nur auf den nächsten Urlaub zu warten. Es geht um kleine, wiederkehrende Routinen, die dein Nervensystem entlasten, bevor sich Stress überhaupt aufstaut.

Wie lange wirkt ein Urlaub wirklich?

Eine niederländische Studie zeigt, dass das Wohlbefinden im Urlaub um den achten Tag seinen Höhepunkt erreicht. Nach der Rückkehr verfliegt der Effekt meist innerhalb einer Woche. Deshalb ist regelmässiges Abschalten im Alltag oft wirksamer als ein einzelner langer Urlaub.

Was sind Micro-Adventures?

Micro-Adventures sind kleine Ausbrüche aus dem Alltag, etwa eine Wanderung zum Sonnenaufgang, eine Nacht im Garten oder ein Picknick bei Sonnenuntergang. Sie verbinden Natur und Neues. Schon 20 bis 30 Minuten draussen in der Natur senken nachweislich das Stresshormon Cortisol, ohne dass man dafür viel Zeit oder eine lange Reise braucht.

Wie fange ich mit Erholung im Alltag an?

Fang klein an. Reizfasten ist ein guter Einstieg: zehn Minuten am Tag ohne Bildschirm, Podcast oder Input, nur sitzen und atmen. Wichtiger als die Dauer ist die Regelmässigkeit. Eine kleine Routine, die du täglich durchhältst, bringt mehr als ein grosses Vorhaben, das du nach einer Woche aufgibst.

Wenn du aus dem Dauer-Notfall-Modus raus willst

Wenn du dich hier wiedererkennst, ist das kein Grund, dich noch mehr zu stressen, sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen. Dafür gibt es zwei Wege: Der Hidden Cost Test zeigt dir in 3 Minuten, wo du gerade am meisten zahlst. Oder du buchst dir ein kostenloses Strategiegespräch mit mir.

Lass uns genauer hinschauen.

Wenn du dich wiedererkennst, ist das kein Grund, dich noch mehr zu stressen, sondern eine Einladung, genauer hinzuschauen.

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